Fotomontage: G. Hülsbrink
 
Nierenleiden + Vorbeugung
 
 
Transplantion - ein Lichtblick
 

Nierentransplantation

Eine erfolgreiche Nierentransplantation ist für viele Betroffene ein Geschenk neuer Lebenszuversicht.

Wenn die Nieren eines Patienten endgültig versagen, gibt es - um den Patienten am Leben zu erhalten - nur drei Möglichkeiten der Behandlung, die jeweils unterschiedliche Qualitäten haben:

Es ist unbestritten und die meisten Patienten spüren es auch, dass eine erfolgreiche Nierentransplantation eine bessere Lebensqualität, größere Zufriedenheit und mehr Freiheit bietet als die Dialyseverfahren.

Was ist eine Nierentransplantation?

Eine Nierentransplantation ist eine Operation, bei der eine Person, deren eigene Nieren versagt haben, eine neue Niere eingepflanzt bekommt, welche die Aufgaben der Blutentgiftung übernimmt.

Gibt es unterschiedliche Arten der Nierentransplantation?

Hinsichtlich der Herkunft des gespendeten Organs gibt es zwei Arten der Nierentransplantation, nämlich mit Nieren, die von lebenden Spendern kommen und mit Nieren, die von fremden Spendern, die verstorben sind, kommen. Ein Lebendspender ist üblicherweise ein naher Verwandter, oder auch ein Ehepartner, ein Lebenspartner oder ein Freund, zu dem eine längere und enge Verbindung besteht.

Was sind die Vorteile und Nachteile einer Nierenspende vom Verstorbenen?

Verstorbene Spender kommen aus ganz unterschiedlichen Altersgruppen und haben ganz verschiedene Vorgeschichten, so daß die Funktionsfähigkeit dieser Nieren nicht immer gleich optimal ist. Technische Fortschritte haben jedoch dazu geführt, daß auch Nieren von verstorbenen Spendern sehr gute Ergebnisse haben. Jedoch es besteht ein großer Mangel an solchen Nieren und der erkrankte Patient muß auf einer Warteliste in der Regel mehrere Jahre warten, bis eine gut passende Niere zur Verfügung steht.

Wie meldet man sich zu einer Nierentransplantation an?

Ihr Arzt bespricht die Möglichkeit einer Transplantation mit Ihnen von sich aus oder Sie bitten Ihn, sie einem Transplantationszentrum zur weiteren Abklärung zu schicken. Dabei muß dann im Rahmen einer Voruntersuchung geklärt werden, ob Sie von Ihrer gesundheitlichen Verfassung her für eine Transplantation geeignet sind, oder ob der Eingriff ein zu großes Risiko darstellt. Sollten Sie geeignet sein, werden Sie auf eine Warteliste bei EUROTRANSPLANT registriert.

Wie geht eine solche Nierentransplantation tatsächlich vonstatten?

Die Operation selbst zur Verpflanzung einer Niere bedeutet einen Einschnitt im Unterbauch, um die gespendete Niere an die Blutgefäße des Körpers anzuschließen und den Harnleiter der neuen Niere an die Blase anzuschließen. Üblicherweise dauert eine solche Operation 2 - 3 Stunden. Man fühlt sich hinterher genauso mitgenommen wie nach jeder anderen Art der Chirurgie. Man bekommt einen Blasenkatheter gelegt und es wird eine Infusion in die Vene angelegt. Meist kann man am zweiten Tag nach der Operation bereits aufstehen und in den meisten Fällen beginnt die neue Niere sofort zu arbeiten.

Wie lange muß ich im Krankenhaus bleiben?

Die meisten Patienten können das Krankenhaus nach etwa 3 Wochen verlassen, falls es zu keinen Komplikationen kommt Nach der Entlassung beginnt der wichtigste Teil der Transplantation, nämlich die Nachsorge. Soll eine Transplantation langfristig erfolgreich sein, so bedeutet dies eine sorgfältige Überwachung der Nierenfunktion und der notwendigen Medikamente. Dies bedeutet zunächst, daß Blutuntersuchungen mehrmals in der Woche und später in längeren Abständen notwendig sind.

Müssen meine alten Nieren entfernt werden?

Nein, die alten Nieren werden während der Transplantation nicht entfernt. Sie werden nur dann entfernt und dies dann bereits vor der Transplantation, wenn sie zu groß sind oder infiziert sind.

Wie lange dauert es, bis ich wieder arbeiten kann?

Das Hauptziel der Nierentransplantation ist die Wiederherstellung des körperlichen Wohlbefindens und der Arbeitsfähigkeit. Wann es dazu kommt, hängt natürlich vom Alter, von der Art der Arbeit und von anderen medizinischen Problemen ab. Es gibt Patienten, die bereits nach 6 - 8 Wochen wieder zur Arbeit zurückkehren konnten.

 

Was ist eine Abstoßung?

Die wichtigste Komplikation nach einer Nierentransplantation ist die sogenannte Abstoßung der Niere. Das Immunabwehrsystem des Körpers wacht üblicherweise darüber, daß keine fremden Organismen in den Körper kommen, wie Viren oder Bakterien. Bei einer Abstoßung versucht das Immunsystem die neue Niere als fremdes Organ durch eine Entzündung zu zerstören. Um dies zu verhindern müssen vorbeugend, und so lange die transplantierte Niere arbeitet, Medikamente eingenommen werden wie Cortison, Cyclosporin und/oder andere Substanzen. Wenn diese vorbeugende Behandlung nicht ausreicht, kann es sein, daß eine zusätzliche, verstärkte Behandlung notwendig ist, um eine solche Abstoßungsepisode wieder zurückzubilden. Um Abstoßungen frühzeitig zu entdecken, sind die regelmäßigen Kontrolluntersuchungen nötig.

Welche Nebenwirkungen haben denn die Medikamente zur Verhinderung einer Abstoßung?

Die Medikamente zur Verhinderung einer Abstoßung haben eine große Zahl möglicher Nebenwirkungen, weil sie ja das Immunabwehrsystem des Körpers unterdrücken. Zum Glück sind diese Nebenwirkungen in der Regel nicht schwerwiegend und sollten sie doch auftreten, besteht durch Änderung der Dosis oder der Art des Medikaments ein Weg dem zu entgegnen. Die häufigsten Nebenwirkungen sind:

  • Steigerung des Blutdrucks
  • Gewichtszunahme
  • höhere Anfälligkeit für Infektionen
  • in seltenen Fällen eine Tumorentwicklung.

Was für andere Medikamente werde ich nach der Transplantation nehmen müssen?

Zusätzlich zu den einer Abstoßung vorbeugenden Medikamente müssen die meisten Patienten vor allem in den ersten Wochen und Monaten nach der Transplantation Medikamente zur Senkung des erhöhten Blutdrucks, zur Vorbeugung von Magengeschwüren und zu Verhinderung von Infektionen einnehmen.

Welche Chance hat eine transplantierte Niere langfristig normal zu funktionieren?

Eine Vielzahl von Faktoren beeinflussen den Erfolg einer Nierentransplantation. Die Chance, daß eine transplantierte Niere funktionieren wird, liegt bei fast 90 Prozent innerhalb des ersten Jahres. Die Forschung hat in den letzten Jahren diese Zahlen noch einmal deutlich verbessert, und wenn eine Niere tatsächlich einmal versagen sollte, besteht auch eine gute Chance für den Patienten in einer erneuten Transplantation.

Können auch ältere Patienten oder Patienten, die andere Gesundheitsprobleme haben, transplantiert werden?

Ja, in vielen Fällen sind ältere Patienten, sogar über 70jährige, auch mit Erkrankungen wie Diabetes, Hochdruck und Herzerkrankungen erfolgreich transplantiert worden. Selbstverständlich setzt dies eine gründliche Voruntersuchung voraus und eine Diskussion der möglichen Risiken. Nicht jeder Patient eignet sich für eine Transplantation.

Ich habe Diabetes, kann ich eine Pankreas-
transplantation haben?

Manchmal ist es möglich, eine Pankreastransplantation durchzuführen, in der Regel zusammen mit einer Nierentransplantation. Sie sollten Ihren Arzt nach dieser Möglichkeit befragen.

Brauche ich nach der Nierentransplantation eine spezielle Diät?

Üblicherweise brauchen Nierentransplantierte keine spezielle Diät. Jedoch ist darauf zu achten, daß es nach der Nierentransplantation zu keiner übermäßigen Gewichtszunahme kommt. Auf jeden Fall ist die Diät viel weniger streng als zu Zeiten der Dialyse.

 

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